Mehrwertsteuerlücke: EU-Ländern entgingen im Jahr 2017 137 Milliarden Euro an Einnahmen
In Deutschland vergrößerte sich die Mehrwertsteuerlücke 2017 (nach der letzten volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung) leicht um 0,2 auf 10 Prozent. Der Trend hierzulande wich damit vom europäischen Trend ab. Deutschland war 2017 eines von drei EU-Ländern, in denen sich die Lücke vergrößerte. Insgesamt hat sich in der Europäischen Union die Lücke verringert, sie betrug 2017 aber immerhin noch 137,5 Mrd. Euro. Spitzenreiter sind Rumänien, wo dem Staat 36 Prozent der Mehrwertsteuer entgingen, und Italien, das zwar die Zahlen verbessern konnte aber in absoluten Zahlen immer noch eine Lücke von rund 33,5 Mrd. Euro aufweist. Die geringsten Mehrwertsteuerlücken haben Schweden, Luxemburg und Zypern. 25 EU-Staaten konnten die Mehrwertsteuerlücke verringern, allen voran Malta, Polen und Zypern und Slowenien. Und so setzt dich der Trend bereits seit 2012 fort. Die Zahlen wurden durch die Europäische Kommission im September 2019 veröffentlicht.
Die EU-Kommission schreibt in seiner Veröffentlichung: „Die Mehrwertsteuerlücke ist ein Indikator für die Wirksamkeit der Durchsetzungs- und Compliancemaßnahmen der EU-Staaten bei der Mehrwertsteuer. Sie dient als Schätzwert für Mindereinnahmen aufgrund von Steuerbetrug, -hinterziehung und -umgehung sowie von Insolvenzen, Zahlungsunfähigkeit und fehlerhaften Berechnungen.“
Die Europäische Kommission hat 2017 weitreichende Reformen des EU-Mehrwertsteuersystems vorgeschlagen, um den grenzüberschreitenden Mehrwertsteuerbetrug zu bekämpfen, Schlupflöcher zu schließen und den Verwaltungsaufwand für Unternehmen, die ihren Verpflichtungen nachkommen, zu verringern. Das derzeitige System, so die Kommission sei zu kompliziert und anfällig für Betrug.
Lesen Sie mehr:
Meldung der EU-Kommission Deutschland „Mehrwertsteuerlücke“ (05/09/2019)