EU: Frauen verdienen immer noch viel weniger als Männer

Vom 3. November bis 31. Dezember arbeiten Europas Frauen umsonst, denn sie verdienen im europäischen Schnitt 16 % weniger als ihre männlichen Kollegen.

Mit dieser Darstellung wies die EU-Kommission am „Europäischen Tag der Lohngleichheit“ auf die Benachteiligung von Frauen in der Bezahlung hin. Die Daten für das Lohngefälle basieren auf den Unterschieden bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen für Männer und Frauen.

In Deutschland beträgt das Lohngefälle nach Angabe der EU-Kommission sogar 21,5 Prozent, das ist der dritthöchste Wert in der EU. Die geringsten Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es in Rumänien (5,2 Prozent) und Italien (5,3 Prozent). Den Negativrekord halten Estland (25,3 Prozent) und Tschechien (21,8 Prozent).

Die Gründe für die fehlende Lohngerechtigkeit seien vielfältig, erklärte die Kommission. So arbeiteten Frauen häufiger in Teilzeit, würden durch das Phänomen der „gläsernen Decke“ in der Karriere gebremst, befänden sich eher in Niedriglohnsektoren und müssten häufig die Hauptverantwortung für die Betreuung in der Familie schultern.

Mit einem Aktionsplan will die EU künftig zur Bekämpfung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles beitragen. Geplant sind acht Aktionsschwerpunkte. 3,3 Mio. Euro hat die EU bereits in Projekte investiert. In den nächsten Wochen wird eine öffentliche Konsultation eingeleitet, mit der man prüfen will, wie die EU-Rechtsvorschriften zur Lohngleichheit funktionieren und wie sich Ziele zur Gleichbehandlung von Männern und Frauen umsetzen lassen.

Quelle: Nachrichten der EU-Kommission