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Ein Steg wird zur Brücke und macht die Musik

Bubenreuth (Oktober 2016) - "The bridge to music" heißt es im Untertitel des Kataloges der Bubereuther Firma Josef Teller OHG. Der Begriff „Brücke“ bezieht sich auf einen kleinen und doch sehr wichtigen Teil eines Seiteninstruments: den Steg. Über ihn wird die Saiten gespannt und so wird er zur Brücke zwischen Saite und Klangkörper, zum Übertragungsmedium der Schwingungen, die sich durch das Instrument als hörbarer Ton ausbreitet.

 

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Einer der Weltmarktführer unter den Stegmachern

Der Traditionsbetrieb Teller in dem fränkischen Ort Bubenreuth stellt seit 1891 Stege und andere Bestandteile für Streich- und Zupfinstrumente her. Die Manufaktur mit insgesamt 19 Mitarbeitern ist einer von nur fünf Betrieben weltweit, die Stege für Musikinstrumente herstellen. Die Manufaktur wird von Manfred Teller und Juniorchef Bastian Teller in vierter bzw. fünfter Generation geleitet. Der Exportanteil liegt bei 90 Prozent, man liefert nach Asien und Amerika. Die Kunden sind Groß- oder Einzelhändler oder Musikinstrumentenbauer, die vor allem in Nord- und Südamerika, China, Japan, Korea und natürlich auch Europa sitzen.

 

"Wir fertigen alles selbst und kaufen nichts zu. Alles komplett made in Germany", sagt Manfred Teller. Chemische Zusätze sind tabu. Das Holz für die Stege, auf denen die Saiten der Streichinstrumente liegen, wird auf dem Firmengelände 7-30 Jahre gelagert. Luft trocknet das Holz, meist Ahorn, Palisander, Buchsbaum oder Ebenholz. Mehrmals im Jahr fahren die Tellers persönlich in die bosnischen Berge, um den speziellen Spiegelahorn für ihre Stege zu finden.

 

Die Teile entstehen durch eine Kombination von hochtechnisierten Maschinen und nach wie vor mit viel Handarbeit.  Ungefähr zehn Arbeitsschritte sind es, bis aus einem kleinen Holzklotz ein fertiger Steg entsteht.

 

Bubenreuth bei Erlangen ist übrigens eines der wichtigsten Zentren des Musikinstrumentenbaus in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich dort Vertriebene angesiedelt, die das Handwerk aus der Egerländer Heimat, dem heutigen Tschechien, mitgebracht hatten. "In direkter Nachbarschaft gibt es mehrere Geigenbauer, die direkt zu uns kommen und sagen, wie der Steg für ihr Instrument aussehen soll", erklärt Bastian Teller.



Die Musikmesse - das Tor zum Kunden

Zur Produktpalette von Josef Teller gehören nicht nur Stege, auch Wirbel, Kinnhalter, Endknöpfe oder Saitenhalter entstehen in der Manufaktur. Aber "unsere Weltbekanntheit verdanken wir den Stegen", so erklären Manfred und Bastian Teller. Die Manufaktur zählt zu den Weltmarktführern, der Erfolg stellt sich allerdings nicht von alleine ein. Mehrmals im Jahr nehmen die Tellers an verschiedenen Musikmessen wie z.B. in Frankfurt oder in Italien teil. Und diese Messeteilnahmen gehören zum wichtigsten Geschäft der beiden Instrumentenbauer, auch in diesem Jahr. Und so haben die beiden auch schon ein neues Ziel angepeilt: Kunden im aufstrebenden Iran auf sich aufmerksam zu machen.

 

Informationen zur Stegmacherei finden Sie unter www.teller.de