112-eCall wird für Neuwagen verpflichtend
Seit 31. März 2018 ist EU-weit für alle Neuwagen das Notrufsystem "112-eCall" verpflichtend. Bei einem schweren Verkehrsunfall wählt das System durch den auslösenden Airbagsensor automatisch die einheitliche europäische Notrufnummer 112 und kommuniziert über das europäische Satellitennavigationssystem Galileo den Standort des Fahrzeugs an die Rettungsdienste. Damit soll sich die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte in städtischen Gebieten um 40 Prozent und auf dem Land um 50 Prozent verkürzen. Man hofft außerdem darauf, dass sich die Zahl der Straßenverkehrstoten um mindestens 4 Prozent und die der Schwerverletzten um 6 Prozent verringert. (Quelle: Nachrichten der EU-Kommission)
Übermittelt werden Standortdaten, Unfallzeitpunkt, die Zahl der Insassen und die Art des Treibstoffs. Kritiker befürchten, das System könne Daten sammeln und Bewegungsprofile erstellen. Die Europäische Kommission versichert, das System übertrage oder zeichne keine weiteren Daten auf. Um einen Missbrauch der Daten zu verhindern, sei eCall als „schlafendes System“ angelegt, das erst beim Unfall aktiv werde. Wörtlich ist in einer Pressemeldung am 28. März 2018 zu lesen: „Die Kommission hat die eCall-Lösungen der Hersteller bereits in der gemeinsamen Forschungsstelle getestet und im Januar 2018 Leitlinien für die Typgenehmigungszentren herausgegeben.“
Um mehr Leben zu retten, arbeitet die Europäische Kommission derzeit an einer neuen Reihe von Verkehrssicherheitsinitiativen, die im Laufe des Jahres vorgestellt werden.