Energetische Exportinitiativen entfachen Energien
Handwerksbetriebe loben die Programme und leben sie
Ein Bericht im Außenwirtschaftsportal Bayern www.auwi-bayern.de
Nürnberg, Februar 2010
Es sind zwei Exportinitiativen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, die Handwerksbetrieben Perspektiven und praktische Hilfen bieten. Die Exportinitiative erneuerbare Energien hilft Auslandsmärkte zu erschließen und unterstützt den Export Erneuerbarer-Energien-Technologien. Die Exportinitiative Energieeffizienz hat zum Ziel, weltweit den Bedarf an innovativen Techniken, die den Energieverbrauch senken, zu decken. Gerade kleine und mittelständische Handwerksbetriebe, die sich innovativ auf dem Energiesektor bewegen, finden dank der beiden Initiativen Partner und Märkte.
Soleg-GmbH Teisnach
Die hundertprozentige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen ist das erklärte Ziel der Soleg-GmbH mit Sitz in Teisnach im Landkreis Regen. Seit 1991 befasst sich ihr Geschäftsführer Bernhard Seiler mit Solartechnik. „Mir war von Anfang an klar, dass an der Solarenergie kein Weg vorbeiführt", so der 40jährige Diplomwirtschaftsingenieur, "das Verbrennen fossiler Brennstoffe kann nur eine kurze Phase in der Entwicklung unserer Menschheit sein".
Heute beschäftigt das Unternehmen rund 40 Mitarbeiter mit Niederlassungen in Italien und Tschechien. Die Kunden der von Soleg vertriebenen Photovoltaik- und Solarwärmeprodukte sind Heizungs- und Elektroinstallateure sowie Dachdecker. "Systematisch bearbeiten wir die Märkte in Italien und Tschechien", sagt Seiler, "wir haben Kunden in ganz Europa".
Als Aussteller ist Soleg auf Messen in Italien, Bulgarien, Rumänien, Tschechien und der Slowakei vertreten. Das Ziel: Bis 2015 will Soleg "europäischer Spieler" werden. Zurzeit richtet sich der Fokus auf den osteuropäischen Markt und die weitere Durchdringung des deutschen Marktes. Das Wissen um Solartechnik sei im Ausland noch wenig ausgeprägt, so Seiler. Man müsse die Marktteilnehmer verstehen, die Besonderheiten kennen lernen und natürlich die Mentalität. Vieles werde anders angepackt als bei uns. Als praktische Helfer haben sich die Exportinitiative Erneuerbare Energien und Bayern Handwerk International(BHI) erwiesen. „Ohne deren Hilfe wäre das alles für uns sehr schwer", meint Seiler. "BHI und die Exportinitiative Erneuerbare Energien nehmen bei uns so etwas wie Stabsstellen ein."
Solegs Anteil am Auslandsgeschäft liegt derzeit zwischen 20 und 25 Prozent. Unter Federführung der Exportinitiative Erneuerbare Energien erlebte der Mitarbeiter Thomas Gampe Dipl.-Ing. (FH) ein eintägiges Event in Rumänien. Hier konnten sich deutsche Firmen einer rumänischen Delegation vorstellen. Gampe sagt dazu: "Wir waren eine von acht Firmen. Das Event war sehr gut organisiert". Im Zuge der Reise seien durch die Außenhandelskammer entsprechende Geschäftstermine vereinbart worden, so der Ingenieur. Übersetzungshilfen seien organisiert worden. Für deutsche Firmen hätten sich gute Möglichkeiten ergeben, relativ schnell an interessante Kontakte zu kommen. Ebenso positiv sei es bei einer ähnlichen Maßnahme in der Slowakei verlaufen. Die Exortinitiative habe in kurzer Zeit zu zahlreichen Kontakten verholfen. "Wir könnten nicht so in die Breite gehen, wenn wir diese Unterstützung nicht hätten", fasst Gampe seine Erfahrungen mir der Exportinitiative zusammen.
Benninghoff Holzbau GmbH
258 Kilometer Luftlinie vom niederbayerischen Teisnach entfernt, hat der Betrieb Holzbau GmbH Benninghoff im schwäbischen Vorderhindelang (Bad Hindelang) seinen Sitz. Das von den Zimmerermeistern Bernd und Rainer Benninghoff geführte Unternehmen ist mit seinen 25 Mitarbeitern auf "Energetische Gebäudesanierung" im Bereich der gesamten Außenhülle, inklusive Fenster und Putzfassaden, sowie auf komplette Dachsanierungen spezialisiert. Aber auch beim Neubau von energieeffizienten Holzhäusern in Massivholzbauweise als Niedrigenergie- und Passivhäuser einschließlich aller Komponenten versteht sich Benninghoff als erste Adresse.
Bei Benninghoff führen alle Wege zum Holz, mit diesem Schwerpunkt eroberte er den ausländischen Markt. Zehn Prozent seines Umsatzes erzielt der schwäbische Handwerksbetrieb im Auslandsgeschäft. Seine Referenzadressen können sich sehen lassen: In Spanien eine Ferienanlage mit Hotel in Blockbauweise, ein Hotelprojekt und Passivhäuser in Norwegen oder auch der Spezialholzbau Suzukiparkur in Österreich.
Positive Erfahrungen haben die Benninghoffs mit der Exportinitiative Energieeffizienz gesammelt. "Die Einladung nach Tschechien war sehr lehrreich und interessant, insbesondere im Hinblick auf künftige Aktivitäten", so die Firmeninhaber. Weitere Maßnahmen auf der Basis dieser Exportinitiative sind geplant. "Das richtet sich natürlich auch nach dem Angebot und dem Nutzen, den unsere Firma daraus ziehen kann", aber die beiden Zimmerermeister sind sich einig, die Exportinitiative Energieeffizienz helfe, neue Märkte zu erschließen und geeignete Partner zu finden.
Seriöse Partnerfirmen zu finden, so die Benninghoffs, sei schwierig. Gute Erfahrungen habe die Firma zum Beispiel mit ihrem spanischen Architekten und deren Kooperationspartnern auf der iberischen Halbinsel im Zuge der Realisierung "toller Häuser und Villen" gesammelt. Neben der Exportinitiative Energieeffizienz hat die Firma Benninghoff auch Bayern Handwerk International als Partner im Boot. Mit Hilfe dieser Partner gelinge es, die Märkte in ganz Europa zu analysieren und natürliche und ehrliche Produkte mit sehr hoher Qualität und niedrigem Energieverbrauch zu exportieren. Von den Beteiligungen an den Auslandsmessen Klimahouse Bozen und Solarforum Brixen kann sich der schwäbische Handwerksbetrieb Benninghoff weitere Impulse erwarten.
Autor: Gerhard Heegen
